Man nimmt ein Bild oft nur für einen Moment wahr, in Sekundenbruchteilen. Dabei steckt hinter jeder Zeichnung, hinter jedem Kunstwerk, eine Geschichte. Und ich möchte euch heute die Geschichte hinter meiner neuen Zeichnung “Mindbreaker” erzählen.
Wie einige von euch wissen, entstehen meine Zeichnungen fast ausschließlich während meiner täglichen Zugfahrten zur Arbeit. Was ihr hier nicht sehen, fühlen und riechen könnt, sind die Umstände, in denen es entstandt.
Der Duft von Dosenbier, Döner und Fastfood, der von den Mitreisenden mitgebracht wird oder die Enge während ich mich in eine Ecke quetsche, um meinen Bleistift in einem überfüllten Zug zu spitzen.
Auch fühlt ihr nicht den (kleinen oder großen) Schmerz, als ein Rucksack mir ins Gesicht knallt. Oder den Ärger, als mich von meinem kleinen Dreibeinstuhl vertrieben werde, weil man ja nicht sitzen, sondern nur stehen darf.
Ich kann euch nicht die Kälte des Windes am Bahnsteig vermitteln, der meine Finger beim Zeichnen einfrieren ließ, während die S-Bahn mal wieder Verspätung hatte.
In solchen Momenten brauche ich ein Ventil. Und für mich ist das Zeichnen eine wunderbare Möglichkeit, meine Gedanken und Gefühle aus meinem Kopf zu befreien und auf Papier zu bringen. “Mindbreaker” ist ein Spiegelbild dieser Erfahrungen, ein Ausdruck der Herausforderungen und der kleinen Siege des Alltags.
Und ja, immer wieder sage ich mir: “Auf zum nächsten Abenteuer!” Mit Dosenbier, Gedränge, Kälte und all den anderen Herausforderungen. Denn das ist es, was Kunst ausmacht: Die Fähigkeit, die Realität zu verarbeiten, zu interpretieren und in etwas Neues und Schönes zu verwandeln.
"Mindbreaker - sommerlich.art" by Andreas Sommer is licensed under CC BY-NC-SA 4.0